Coronavirus: Empfehlungen zu E-Mental-Health

Um Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zu vermeiden, gilt es derzeit, direkte soziale Kontakte weitestgehend zu reduzieren. Hier können E-Mental-Health-Anwendungen einen wichtigen Beitrag leisten.

Aktuelle Informationen für Ärzte und Psychotherapeuten zur Umsetzung der Videosprechstunde inklusive einer Liste zertifizierter Videodienste hat die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) veröffentlicht. Aufgrund der aktuellen Lage bieten viele Videodienstanbieter wenigstens für die kommenden Monate einen kostenlosen Zugang an. Eine Übersicht zu den aktuellen Angeboten der zertifizierten Anbieter bietet das health innovation hub des Bundesgesundheitsministeriums. Geeignet zur Vorbereitung und Durchführung einer videokonferenzbasierten Psychotherapie sind die praktischen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs). 

Neben Gesprächskontakten via Videotechnologie sind auch Online-Therapie- oder Selbstmanagement-Programme hilfreich bei der Überbrückung der Corona-Krise. Die von der DGPPN in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Psychologie entwickelten Qualitätskriterien können Ärzten, Psychotherapeuten und nicht zuletzt den Nutzern dabei helfen, wirksame und empfehlenswerte internetbasierte Selbstmanagementinterventionen auszuwählen.

Folgende wissenschaftlich fundierte und kostenlose Online-Therapieprogramme sind derzeit bekannt:

  • moodgym ist ein Online-Selbsthilfeprogramm zur Vorbeugung oder Verringerung von depressiven Symptomen

  • Das iFightDepression Tool ist ein normalerweise vom Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten begleitetes Selbstmanagement-Programm für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren der Stiftung Deutsche Depressionshilfe e. V., das derzeit Betroffenen auch ohne Begleitung zugänglich ist.

Weitere hilfreiche Online-Angebote:

  • Das Portal psychenet.de bietet wissenschaftlich fundierte Informationen für Betroffene mit psychischen Belastungen und Erkrankungen und ihren Angehörigen.

  • Die KrisenKompass-App der TelefonSeelsorge ist ein kostenloser „Notfallkoffer für die Hosentasche“. Es stehen unter anderem Funktionen bereit, die auch in der Psychotherapie genutzt werden, wie zum Beispiel die Aufzeichnung von Stimmungen als Tagebuchfunktion oder das Anlegen eines Safety-Plans

  • Die „angstfrei.news“ der Deutschen Angst-Hilfe e. V. sind ein Wegweiser für Menschen mit Angsterkrankungen durch die Corona-Informationsflut des Internets und der sozialen Netzwerke. „Angstfreie“ Nachrichten werden kuratiert und täglich um 8:00 Uhr und um 20:00 Uhr zur Verfügung gestellt.

  • Die BDP-Corona-Hotline bietet professionelle psychologische Beratung per Telefon an. Sie richtet sich an alle, die durch die Corona-Krisensituation psychisch belastet sind, indem sie beispielsweise unter der häuslichen Isolation leiden, den sozialen Rückhalt vermissen, die Struktur im Alltag verlieren oder unsicher sind wie es weitergeht.

  • starkdurchdiekrise.de ist eine bundesweite Initiative zur psychologischen Unterstützung der Bevölkerung und bietet u.a. eine kostenfreie Hotline zur psychologischen Erstversorgung und ein Corona-Online-Training mit psychologischer Begleitung.

  • get.calm and move.on ist ein Online-Training, das Übungen gegen Angstgefühle bereitstellt. Das Training ist kostenlos und findet derzeit im Rahmen einer Evaluationsstudie der Leuphana Universität Lüneburg statt.
  • Die Corona EMIcompass App richtet sich an Menschen, die in der aktuellen Lage ihren Umgang mit Stress und Belastung verbessern möchten. Das kostenfreie Training wird vom ZI Mannheim in einer wissenschaftlichen Studie begleitet.


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