Gemeinsames Zertifikat „Gerontopsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik“ der DGPPN und DGGPP

Die DGPPN und die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP e. V.) vergeben gemeinsam an ihre Mitglieder auf Antrag ein Zertifikat "Gerontopsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik“. 

Hintergrund

In Anbetracht der demographischen Entwicklung und der damit verbundenen  Notwendigkeit einer stetig zunehmenden gerontopsychiatrischen Expertise für die psychiatrisch-psychotherapeutische und psychosomatische Versorgung von alten und häufig multimorbiden Patienten soll die Vergabe des Zertifikats einen Beitrag zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität leisten. Dem einzelnen Mitglied soll dies ermöglichen, sich über die Facharztanerkennung hinaus eine besondere fachliche Kompetenz durch externe Überprüfung bestätigen zu lassen.  Langjährig in der Gerontopsychiatrie tätige Nervenärzte (Ärzte für Neurologie und Psychiatrie) oder Ärzte für Psychiatrie, die im Rahmen älterer WBO´s, etwa vor 1995, bzw. berufsbegleitend keinen Psychotherapie-Titel erworben haben, können im Rahmen der Übergangsbestimmungen (2012-2016) das "DGPPN/DGGPP Zertifikat Gerontopsychiatrie" erhalten. Mehr Informationen hierzu erhalten Sie bei der DGGPP. Die Übergangsregelung ist zum 31.12.2016 abgelaufen.

Voraussetzung: allgemein
  • Ausgefüllter Antrag (siehe Downloads)
  • Mitgliedschaft in der DGPPN oder der DGGPP
  • Facharztanerkennung in einem der untenstehenden Gebiete sowie eine Psychotherapie-Qualifikation:
    • Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
    • Facharzt für Psychiatrie mit Zusatzbezeichnung Psychotherapie 
    • Facharzt für Neurologie und Psychiatrie bzw. Nervenheilkunde mit Zusatzbezeichnung Psychotherapie
    • Facharzt für Psychotherapeutische Medizin oder Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 
  • Approbationsurkunde 
  • Lebendslauf
Voraussetzung: theoretische Kenntnisse

Nachweis theoretischer Kenntnisse über:

  • Allgemeine Grundlagen der Gerontopsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik (40 Stunden, gemäß Anlagen siehe Downloads): Diese Kenntnisse können im Rahmen der Facharztweiterbildung erworben worden sein.
  • Spezielle Grundlagen der Gerontopsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik (60 Stunden, gemäß Anlagen siehe Downloads): Hierfür können bis zu 20 Stunden Literaturstudium angerechnet werden.
Voraussetzung: praktische Tätigkeit
  • Nachweis der Fort- und Weiterbildung in Gerontopsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik, und zwar
    • entweder eine mindestens einjährige hauptamtliche Tätigkeit auf einer im Behandlungsprofil ausgewiesenen gerontopsychiatrischen Station (während der Weiterbildungszeiten für die oben erwähnten Facharztbezeichnungen abgeleistete Tätigkeiten auf einer gerontopsychiatrischen Station sind anrechenbar)
    • oder eine mindestens zweijährige regelmäßige Behandlung von gerontopsychiatrischen Patienten, davon mindestens ein Jahr nach dem Abschluss der Facharztweiterbildung

Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin oder Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie können das Zertifikat erhalten, wenn sie eine der beiden genannten Anforderungen zusätzlich zu ihrem, während der Facharztweiterbildung absolvierten, psychiatrischen Jahr nachweisen.

  • Weiterhin ein Nachweis der selbständigen gerontopsychiatrischen, gerontopsychotherapeutischen und gerontopsychosomatischen Befundung, Behandlung und Dokumentation von 150 Patienten, die in der Regel 65 Jahre oder älter waren (gemäß Anlagen s. u.).

Die gerontopsychiatrische, gerontopsychotherapeutische und gerontopsychosomatische Behandlung soll im Rahmen einer Festanstellung, belegt durch Zeugnis des Chefarztes in einem Allgemein- oder Fachkrankenhauses oder einer Universitätsklinik geleistet werden. Gerontopsychiatrische, gerontopsychotherapeutische und gerontopsychosomatische Tätigkeiten in Alten- oder Pflegeheimen oder Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation können angerechnet werden. Über die Anrechenbarkeit anderer Settings kann im Einzelfall auf Antrag entschieden werden.

Bearbeitungsgebühr

Für die Bearbeitung Ihres Antrages wird eine Gebühr in Höhe von 300,00 Euro erhoben. Diese ist mit der Antragseinreichung fällig. Bitte überweisen Sie sie auf das folgende Konto:

Empfänger: DAGPP/DGPPN
Deutsche Apotheker- und Ärztebank Düsseldorf
IBAN: DE36 3006 0601 0107 3159 45
BIC: DAAEDEDDXXX
Verwendungszweck: Zertifikat Gerontopsychiatrie Ihr Nachname

Ein Anspruch auf Rückerstattung bei begründeter Ablehnung des Antrags besteht nicht. Gegen die Ablehnung eines Antrags kann Einspruch eingelegt werden. Gegen eine erneute Ablehnung des Antrags ist kein Einspruch möglich. Ein Rechtsanspruch auf Erteilung des Zertifikats besteht nicht.

Adresse

Ihren Antrag auf Erteilung des Zertifikats senden Sie bitte ausschließlich per E-Mail an s.platikanova@dgppn.de.

Zertifzierungsverfahren

Antragsteller erhalten eine Bestätigung des Eingangs ihres Antrags und innerhalb von drei bis neun Monaten einen Bescheid. Der Zertifizierungsausschuss kann den Antrag annehmen oder ablehnen oder die Vorlage weiterer Nachweise fordern oder den Antragsteller zu einem kollegialen Fachgespräch über die Inhalte der Fortbildung in Gerontopsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik einladen. Gegen die Ablehnung des Antrags kann Einspruch eingelegt werden. Gegen eine erneute Ablehnung des Antrags ist kein Einspruch möglich. Ein Rechtsanspruch auf Erteilung des Zertifikats besteht nicht.

Zur Beurteilung der eingehenden Anträge bilden die DGPPN und DGGPP einen gemeinsamen Zertifizierungsausschuss, dessen Mitglieder von den  Vorständen  der beiden Gesellschaften benannt werden. Jeden Antrag prüfen mindestens zwei Mitglieder – jeweils eines der DGPPN und der DGGPP – des Ausschusses; Zweifelsfälle sind im Ausschuss zu beraten.

Übergangsbestimmungen

Vor Inkrafttreten des gemeinsamen  DGPPN-DGGPP Zertifikats „Gerontopsychiatrie, -psychotherapie u. –psychosomatik“ abgeleistete Tätigkeiten in diesem Bereich im In- und Ausland werden angerechnet, soweit sie den Erfordernissen des Zertifikats entsprechen. Die Vorlage aussagefähiger Belege ist erwünscht, gegebenenfalls ist während der Übergangsperiode (2012-2016) auch eine Selbstauskunft ausreichend.

Als Ersatz für den Nachweis von vor Inkrafttreten des Zertifikats abgeleisteten Stunden theoretischer Fortbildung in Kursen und Seminaren ist eine Selbstauskunft ausreichend. Diese muss umfassen: zusammenfassende Darstellung der Fortbildungsthemen, ungefährer Stundenumfang, beispielhafte Nennung von Dozenten, beispielhafte Nennung von Veranstaltungen (z.B. DGPPN-Jahrestagung, Kongress der DGGPP; DAGPP, APA etc) und der Tätigkeitsperioden und Bereiche, in denen die Diagnostik und Therapie von 150 Patienten erfolgt sind. Nach Inkrafttreten der Bestimmungen für das Zertifikat abgeleistete theoretische Fortbildung muss grundsätzlich durch die Vorlage der entsprechenden Fortbildungsbescheinigung belegt werden.

Die Übergangsperiode beginnt mit dem 01.01.2012 und endet nach 5 Jahren. Bei später eintreffenden Anträgen werden vor dem 31.12.2016 absolvierte praktische Tätigkeiten und/oder theoretische Fortbildungen nicht mehr anerkannt, sofern sie nicht durch Zeugnisse oder Teilnahmebescheinigungen belegt werden können.

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Ihre Ansprechpartnerin

Slava Platikanova, M.A.
Kongresskoordination und Nachwuchs

DGPPN-Geschäftsstelle
Reinhardtstraße 27 B I 10117 Berlin
Telefon: 030 2404772-13
s.platikanova@dgppn.de

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