Notfallpsychiatrie

Psychiatrische Notfälle gehören zu den häufigsten Ursachen für Notarzteinsätze. Auch in Praxen oder Allgemeinkrankenhäusern kommen psychiatrische Akutsituationen immer wieder vor. Doch es bestehen diagnostische und therapeutische Unsicherheiten. Das Referat „Notfallpsychiatrie“ der DGPPN bereitet deshalb eine evidenzbasierte Leitlinie vor und initiiert randomisierte kontrollierte Studien.

Akute Angst- und Erregungszustände, selbstschädigendes oder suizidales Verhalten, Verwirrtheitszustände oder katatone Symptome – der Umgang mit diesen Notsituationen stellt hohe Anforderungen an den behandelnden (Not-)Arzt, der oft aus einem anderen Fachgebiet kommt. Für Psychiater und alle anderen ärztlichen Kollegen ist es wichtig zu wissen, wie sie sich in diesen Situationen verhalten, wie sie sich und andere Personen sichern, wie sie beruhigend auf den Patienten einwirken und welche Psychopharmaka sie einsetzen können. Doch es fehlt noch an gesicherten Daten, sodass sich das Referat zur Aufgabe gemacht hat, klinische Forschung zur Notfallpsychiatrie noch stärker zu etablieren, auch über das eigene Fachgebiet hinaus. 

Rechtliche Besonderheiten

Wann darf ein Patienten gegen seinen Willen behandelt werden und wann muss seinem Willen entsprochen werden? Wie sehen die rechtlichen Grundlagen für eine Zwangseinweisung aus? Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Umgang mit psychiatrischen Notfallpatienten gilt es zu klären und bekannt zu machen.

Schwerpunkte
  • Erhebung von epidemiologischen Daten zu psychiatrischen Notfällen
  • Entwicklung einer S2-Leitlinie
  • Pharmakotherapie in der Notfallpsychiatrie
  • Publikation von notfallmedizinischen Themen
  • Schnittstelle Notaufnahme vs. psychiatrische Aufnahmestation, Schnittstelle zum Konsiliar- und Liaisondienst
  • Schnittstelle zum Referat „Psychotraumatologie“ (heißt hier noch „Traumatologie/PTSD“) und Kommunikation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenmedizin
  • Notfallversorgung psychisch/psychiatrisch Erkrankter mit somatisch/internistischer Komorbidität, Schnittstelle zu Hausärzten, Allgemeinmedizinern, Internisten, ggf. Anästhesisten
  • Suchtspezifische Aspekte in der Notfallpsychiatrie
Literatur

„Akutmedizin – Die ersten 24 Stunden“
Hrsg.: Madler, Christian; Jauch, Karl-Walter; Werdan, Karl; Siegrist, Johannes; Pajonk, Frank-Gerald
ISBN: 978-3-437-22511-6
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Spezialheft der Zeitschrift Notfall + Rettungsmedizin (Band 11, Heft 8)
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Zeitschrift Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie (AINS)
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„Akute psychiatrische Notfälle – Ein Leitfaden für den Notarzt und Rettungsdienst“
Herausgeber: B. Kardels, M. Kinn, F.-G. Pajonk
ISBN: 9783131416919
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Kontakt

PD Dr. med. Peter Neu

Leiter des Referats

Jüdisches Krankenhaus Berlin
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Heinz-Galinski-Straße 1 | 13347 Berlin

Telefon: 030 4994-2461
peter.neu@jkb-online.de

Prof. Dr. med. Roland W. Freudenmann

Erster Stellvertretender Leiter des Referats


Privatpraxis Schlossstraße
Schlossstraße 15 | 89233 Neu-Ulm/Reutti

Telefon: 0731 25079374
roland.freudenmann[at]uni-ulm.de

Prof. Dr. med. Carlos Schönfeldt-Lecuona

Zweiter Stellvertretender Leiter des Referats

Universitätsklinikum Ulm
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III (Ulm)
Leimgrubenweg 12-14 | 89075 Ulm

Telefon: 0731 500-61411
carlos.schoenfeldt@uni-ulm.de

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